Mit wippenden Petticoats und bunten Hemden In Forchheim folgten 500 Square-Dancer im Quadrat beim "Student Jamboree 2008" dem Ruf der Caller.
Vier Paare stehen an den Ecken eines imaginären Quadrats. Dann setzt die Musik ein. Das Oktett kommt in Bewegung. Für den Außenstehenden sieht es wie komplette Verwirrung aus, doch die Tänzer behalten den Überblick. Bei der "Student Jamboree 2008" tanzten 500 Square-Dancer in der Turnhalle des Ehrenbürg-Gymnasiums.
Auf der Bühne stehen die "Caller" Walter Luger (Forchheim) und Jürgen Vogl (Ebensfeld) und geben die Kommandos und das Tempo vor. Meistens in Englisch, manchmal aber auch in Deutsch, immer jedoch schwungvoll gesungen, damit der Rede- und der Bewegungsfluss nicht ins Stocken geraten. Die Europäische Caller-Vereinigung ECTA veranstaltet ihre diesjährige "Student Jamboree" in Forchheim. Zirka 200 Anfänger (Students) in Sachen Square Dance haben den Sprung aufs Forchheimer Parkett gewagt. Etwa 300 Fortgeschrittene (Graduierte) sind zur Unterstützung anwesend.
"Das Faszinierende ist die Abwechslung während des Tanzens, da man nie weiß, welches der über 500 Kommandos als nächstes kommt", so der Präsident der Forchheimer "Dancing Trouts" (Tanzende Forellen), Max Reiner aus Rüssenbach. Die "Students" brauchen aber nur rund 50 Tanzfiguren zu kennen. "Sonst wird es für die Anfänger, die erst ein halbes Jahr tanzen, zu schwer."
Die Fortgeschrittenen erkennt man schon an ihrer Kleidung wie Westernhemd, Jeans oder Petticoat mit Bluse. Auch Kinder sind begeistert mit dabei. Der Square Dance stammt aus den USA und hat sich aus den europäischen Volkstänzen der Einwanderer entwickelt. Die Mischung aus verschiedenen Stilrichtungen und Volkstänzen aus der "Alten Welt" kam nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aus der "Neuen Welt" zurück nach Europa. "Am Ende müssen alle Tänzer wieder aufgeräumt sein. Also die Ausgangsstellung (Square) wieder eingenommen haben", so Max Reiner. Das sei Aufgabe des "Callers", der bestimmte Tanzfiguren miteinander kombiniert. Allerdings tanzen diesmal nicht nur acht Personen, sondern stolze 540 Square-Dance-Fans aus Deutschland und dem benachbarten Ausland. "Das Einzugsgebiet ist durch die Städte Aachen, Dresden, Wien und Freiburg eingegrenzt", so Reiner.
Es geht um die Freude
Sein Vize-Präsident Reinhard Gojowsky aus Forchheim freut sich über die Premiere, die zusammen mit dem Bamberger Club "Cornhuskers" (Maisschäler) veranstaltet wird. Schließlich gibt es die "Dancing Trouts" erst seit acht Jahren. "Es geht uns nicht um Leistungstanzen, sondern um Spaß, um Freundschaften und einige schöne Stunden", erklärt Gojowsky.
Im "Grand March" darf dann auch Oberbürgermeister Franz Stumpf "escorting Katja" eine Stippvisite machen und den Zug der Tänzer anführen. Das neunstündige Programm mit wirbelnden Röcken und schwitzenden Körpern zu lauter Country-Musik hat am Ende die Teilnehmer begeistert. Auch die weit über 80-Jährigen, die durch den Square Dance geistig und körperlich fit geblieben sind. "Es ist wie Gehirnjogging." UDO GÜLDNER 1.4.2008
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